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Stocksattel: Test, Vergleich und Kaufratgeber

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Ganz gleich, ob für den professionellen Reitsport oder zum entspannten Ausreiten in der Freizeit, es gibt für jede Reitweise den passenden Sattel. Welcher Sattel für Reiter und Pferd die optimalste Variante ist, hängt ganz von den individuellen Vorlieben des Reiters, sowie einigen anderen wichtigen Kriterien ab.

In diesem Beitrag werden wir den australischen Stocksattel etwas näher unter die Lupe nehmen. Hierzu findest Du einen ausgiebigen Kaufratgeber, aktuelle Tests und unser FAQ, mit welchen wir Dir eine Kaufentscheidung leichter machen möchten.

Unsere Favoriten

Für ein noch authentischeres Reiterlebnis: Bates Kimberley Stocksattel

„Durch frei schwingende Fenders gelingt es dem Reiter noch näher am Pferd zu sein.“

Der Stocksattel mit freischwingenden Fenders: Wintec Pro Stocksattel

„Großartiger Sattel in hervorragender Leder-Optik.“

Hergestellt vom Marktführer: Syd Hill Stock Saddle – Silver Leather

„Traditionelle Herstellung mit über 150 Jahren Erfahrung.“

Der beste Stocksattel aus Synthetischen Materialien: Syd Hill Synthetic Stock Saddle

„Stocksattel aus synthetischem Material für eine leichte Pflege.“

Der beste Stocksattel unter 1.000€: Wintec 500 Stocksattel

„Hier trifft Spitzenqualität auf einen fairen Preis.“

Der Stocksattel für besonderen Reitkomfort: Wintec Pro Stocksattel

„Sehr bequem für Reiter und Pferd.“

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Stocksattel ist der australische Verwandte des amerikanischen Westernsattels.
  • Stocksättel wurden damals von den australischen Viehtreibern als Arbeitssattel verwendet und perfekt an die Bedingungen der australischen Landschaft angepasst.
  • Sie bieten hohen Komfort für Pferd und Reiter auf langen Ausritten.
  • Stocksättel gewähren einen besonders sicheren Halt des Reiters.
  • Sie werden wie alle Arbeitssättel mit einem “langen Bein” geritten.
  • Durch verschiedenste Sattelbauformen, Kammerweiten und Sitzgrößen, ist der Stocksattel vielseitig einsetzbar.

Die besten Stocksattel: Favoriten der Redaktion

In diesem Abschnitt haben wir Dir eine Auswahl an Stocksätteln zusammengestellt, welche wir Dir nun ausführlich vorstellen möchten:

Bates Kimberly Stocksattel mit frei schwingenden Fenders

Was uns gefällt:

  • klassisches Design eines traditionellen, australischen Stocksattels
  • gilt als einer der bequemsten Stocksättel überhaupt
  • Cair Luftkissen als Sattelkissen: optimaler Komfort für Pferd und Reiter
  • in drei verschiedenen Größen erhältlich
  • je nach Größe 8 bis 10 Kilogramm schwer
  • premium Rindsleder bietet Geschmeidigkeit der Oberfläche trotz optimaler Haftung
  • kann innerhalb von 30 Tagen retourniert werden

Was uns nicht gefällt:

  • in Deutschland leider nur begrenzt erhältlich
  • federt beim Reiten aufgrund des Luftkissensystems etwas ab, was nicht jedem Reiter gefallen könnte

Redaktionelle Einschätzung:

Der in den Farben schwarz und braun erhältliche Kimberly Stocksattel von Bates mit frei schwingenden Fenders ist äußerlich ein Stocksattel der ursprünglichsten Art.

Aus feinstem Rindsleder produziert, ist dieser Sattel trotz einer optimalen Haftung des Reiters besonders geschmeidig. In den Größen S (14 Zoll), M (15 Zoll) und L (16 Zoll) erhältlich, liegt das Gewicht bei etwa 8 bis 10 Kilogramm, was ihn trotz der zusätzlichen Fenders zu einem recht leichten Sattel macht. Verkauft wird er mit einer mittleren Standardgröße der Kammer.

Bates zeichnet sich zusammen mit der Firma Wintec durch die sogenannte „Horse and Rider Technologie“ aus. Durch das Easy-Change System ist die Kammerweite auch für einen Laien veränderbar. Zudem lässt sich der Sattel durch zusätzliche Pads noch besser an den Rücken Deines Pferdes anpassen.

Die im Sattel verarbeiteten Luftkissen (CAIR Luftkissensystem) sollen sich jeder Bewegung Deines Pferdes optimal anpassen. Der Händler bietet eine 30 Tage Widerrufsfrist. Der Sattel kann also bequem zu Hause anprobiert werden und falls er dem Pferd nicht optimal passt zurückgesendet werden.

Wintec Pro Stocksattel mit frei schwingenden Fenders

Was uns gefällt:

  • besitzt die HART Technologie, wodurch Komfort für Pferd und Reiter gewährleistet wird
  • frei schwingende Fender an den Steigbügeln ermöglichen es dem Reiter noch näher am Pferd zu sein
  • synthetische Oberfläche ist wetterbeständig und pflegeleicht
  • Cair Luftkissensystem passt sich jeder Bewegung des Pferdes an
  • einfache Anpassung dank Easy-Change System

Was uns nicht gefällt:

  • besitzt ein langes Sattelblatt und einen relativ geraden Sattelbaum, weshalb er eventuell nicht für jeden Pferderücken geeignet ist

Redaktionelle Einschätzung:

Bei dieser Variante des Herstellers Wintec handelt es sich um das Modell Wintec Pro mit zusätzlichen freischwingenden Fenders.

Erhältlich in den Farben schwarz und braun lässt sich hier nicht nur zwischen den Größen S bis M auswählen, sondern auch, ob man lieber kürzere oder standardisierte Fenders möchte.

Mit einem Gewicht von 10 Kilogramm gehört dieses Modell zu einem der schwereren Modelle. Das Reiterlebnis wird durch die freischwingenden Fenders und einer dadurch engeren Verbindung zum Pferd erhöht.

In diesem Sattel wurde das sogenannte HART System verbaut. Neben einem pflegeleichten und wetterbeständigen synthetischen Material, welches eine ausgezeichnete Haftung verspricht, wurde für eine optimale Sitzposition des Reiters durch mehrere Lagen Sitzschaum in verschiedenen Härtegraden gesorgt.

Zudem beinhaltet das Sattelkissen das sogenannte Cair Luftkissensystem, welches dafür sorgt, dass sich der Sattel bei jeder Bewegung optimal an den Rücken des Pferdes anpasst. Ein großzügig geschnittenes Sattelblatt sorgt zudem für eine gute Gewichtsverteilung und senkt den Druck auf dem Rücken des Pferdes.

Durch das Easy-Change System ist es sogar einem Laien möglich, den Sattel schnell an die Bedürfnisse des Pferdes anzupassen. Erwähnenswert ist, dass der Sattel beim Reiten etwas nachfedert. Dies erfolgt durch das Luftkissensystem. Nach dem Reiten reicht es, wenn man diesen Sattel, wenn nötig, mit etwas Wasser reinigt.

Stocksattel von Syd Hill & Sons aus Leder

Was uns gefällt:

  • Sattel der traditionellen Art
  • langjährige Erfahrung des Herstellers
  • die Serge wird nach wie vor aus woll-ähnlichem Material hergestellt und passt sich dem Rücken des Pferdes nach und nach an
  • Gelfüllung des Sattels für einen ultimativen Komfort beim Ritt
  • Sattelbaum und Kammerweite sind individuell anpassbar
  • 5 Jahre Garantie und eine Retoure Frist von 90 Tagen

Was uns nicht gefällt:

  • in Deutschland nur sehr schwer erhältlich (Import oder gebraucht)
  • nicht in vielen Größen erhältlich

Redaktionelle Einschätzung:

Das Modell ‘Silver’ des Herstellers Syd Hill & Sons bietet durch jahrelange Erfahrung in der Herstellung verschiedenster Stocksättel eine Variante aus Leder der traditionellen Art.

In der Farbe braun erhältlich, ist zwischen den Größen 16 oder 17 Zoll zu wählen. Die Sitzfläche des Sattels ist mit einem Gel gefüllt, was dem Reiter ein sehr bequemes Reiterlebnis bieten soll.

Die Serge wird, wie für einen traditionellen Stocksattel üblich, mit einem woll-ähnlichen Material gefüllt, welches sich dem Pferderücken mit der Zeit perfekt anpasst. Zudem ist dieses Material besonders atmungsaktiv und wärme-ausgleichend.

Der Sattelbaum ist anpassbar und passt laut Hersteller auf fast jeden Widerrist. Auch die Kammerweite ist an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbar. Geliefert wird er zunächst mit einer mittleren Kammerweite, jedoch kann diese auch auf Anfrage direkt angepasst werden.

Syd Hill & Sons bietet Dir eine 5-jährige Garantie und gewährt eine Umtauschfrist von 90 Tagen, falls etwas nicht optimal passen sollte.

Stocksattel von Syd Hill & Sons aus synthetischem Material

Was uns gefällt:

  • langjährige Erfahrung des Herstellers
  • mit 5 bis 8 Kilogramm sehr leicht dank synthetischem Material
  • sehr pflegeleicht
  • bis zu fünf Jahre Garantie auf den Sattelbaum
  • die Kammerweite und der Sattelbaum kann zu Hause selbst angepasst werden

Was uns nicht gefällt:

  • nur in zwei verschiedenen Größen verfügbar
  • in Deutschland nur durch Import erhältlich

Redaktionelle Einschätzung:

Im Gegensatz zum vorherigen ‘Silver’ Modell, handelt es sich hierbei um eine Variante aus synthetischem Material. Trotzdem ist das traditionelle Aussehen des Stocksattels dennoch gewährleistet.

In der Farbe schwarz ist dieser Sattel ebenfalls in den Größen 16 und 17 Zoll erhältlich, wiegt aber im Gegensatz zu seinem Verwandten aus Leder mit etwa 5 bis 8 kg wesentlich weniger.

Auch bei diesem Modell ist sowohl die Kammerweite als auch der Sattelbaum veränderbar, sodass sie an fast alle Pferderücken anpassbar sind. Der Sitz des Sattels ist mit Gel gefüllt, wodurch dem Reiter ein möglichst komfortables Reiterlebnis gewährt werden soll. Mögliches Gepäck lässt sich zudem an den, am Sattel befestigten, Ringen anbringen.

Syd Hill & Sons bietet auch bei dieser Variante des Stocksattels 5-Jahre Garantie auf den Sattelbaum.

Der beste Stocksattel unter 1.000€: Wintec 500 Stocksattel

Was uns gefällt:

  • gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • HART System bietet ein besonderes Reiterlebnis
  • Easy-Change Fit Solution macht es auch für Laien möglich, den Sattel anzupassen
  • höchste Sitzstabilität durch Griffigkeit der synthetischen Oberfläche
  • Sattelkissen besteht aus dem Cair Luftkissensystem
  • synthetisches Material ist pflegeleichter als Leder
  • im Vergleich zu anderen Stocksätteln sehr leicht

Was uns nicht gefällt:

  • Sättel der Marke Wintec sind relativ lang und deshalb nicht für Pferde mit kürzerem Rücken geeignet
  • Sattelblatt hat ein sehr gerades Kissenblatt, weshalb sie eher für Pferde mit geradem Rücken geeignet sind
  • Kunden klagen über ein starkes Nachfedern des Sattels

Redaktionelle Einschätzung:

Einen qualitativ hochwertigen Sattel für unter 1.000€ bietet der Hersteller Wintec mit seinem Modell des Wintec 500 Stocksattels. Erhältlich ist dieses Modell in der Farbe schwarz in den Größen Medium und Large. Mit nur 5 Kilogramm ist er unter den Stocksatteln ein echtes Fliegengewicht.

Bei der Produktion der Sättel wird generell auf echtes Leder verzichtet und stattdessen ein synthetisches Material verwendet. Wie alle Sättel von Wintec, zeichnet sich dieses Modell besonders durch die verwendete „Horse and Rider Technologie“ (kurz HART) aus.

Unter anderem lassen sich die Kopfeisen durch das Easy-Change System ganz einfach austauschen, sodass die Kammer an fast jedes Pferd angepasst werden kann. Zudem zeichnet sich dieser Sattel durch das Easy-Change Riser System aus, wobei der Sattel durch zusätzliche Pads komplett an die Bedürfnisse des Pferdes angepasst werden kann.

Anstelle eines traditionell woll-ähnlichen Materials werden hier die sogenannten Cair Luftkissen im Sattel verarbeitet. Diese sollen sich zusammen mit dem Elastiflex Sattelbaum optimal an die Bewegungen des Pferdes anpassen können. Besonders für junge Tiere, die erst eingeritten werden, kann dieses Modell eine gute Wahl sein.

Erwähnenswert ist, dass der Sattel, anders als seine Verwandten mit Wollserge, durch die Cair Luftkissen-Technologie beim Reiten sehr nachfedert. Der Hersteller Wintec gewährt jedoch auf einen Bruch des Sattelbaums eine Garantie von 10 Jahren bei einer normalen Nutzung.

Ein besonders großzügig geschnittenes Sattelkissen mit großer Auflagefläche bietet eine optimale Verteilung des Gewichts auf dem Pferderücken. Hierdurch wird der Druck gesenkt, wodurch das Reiterlebnis auch für das Pferd zu einem angenehmeren Erlebnis wird.

Die Comfort Seat Technology verbessert die Sitzposition durch mehrere Lagen Sitzschaum in verschiedenen Härtegraden. Eine schmale Taillierung sorgt für einen besseren Kontakt zum Pferd.

Der Stocksattel für besonderen Reitkomfort: Wintec Pro Stocksattel

Was uns gefällt:

  • absolute Premiumqualität mitsamt HART-System
  • Easy-Change System für ein einfaches Anpassen des Sattels
  • dank Cair Luftkissensystem passt sich der Sattel jeder Bewegung optimal an
  • synthetisches Material ist besonders leicht zu pflegen und wetterfest
  • Garantie von 10 Jahren bei Sattelbruch

Was uns nicht gefällt:

  • eher für Pferde mit langem und geradem Rücken konzipiert
  • durch die verarbeiteten Luftkissen federt der Sattel beim Reiten etwas nach

Redaktionelle Einschätzung:

Auch diese Variante des Herstellers Wintec ist perfekt für lange Ausritte oder das Einreiten junger Pferde geeignet.

Dieser Sattel ist mit seiner synthetischen Oberfläche nicht nur wesentlich pflegeleichter als seine Verwandten aus Leder, sondern trotzt auch allen Wetterbedingungen und bietet eine ausgezeichnete Haftung.

Nach der Nutzung lässt sich dieser Sattel einfach mit etwas Wasser reinigen. In den Farben braun und schwarz ist dieser Sattel in den Größen S-XL verfügbar. Das Gewicht liegt dabei mit 8,5 Kilogramm im mittleren Bereich.

Durch die im HART-System enthaltenen Easy-Change Systeme lässt sich der Sattel individuell an die Bedürfnisse des Pferdes anpassen. Noch angenehmer wird das Reiterlebnis durch die Verwendung des Cair Luftkissensystems, wodurch sich das Sattelkissen bei jeder Bewegung an den Rücken des Pferdes anpasst.

Durch mehrere Lagen Sitzschaum in verschiedenen Härtegraden wird die Sitzposition des Reiters verbessert. Zudem ist das Sattelkissen besonders großzügig geschnitten, wodurch das Gewicht des Reiters optimal auf verschiedene Druckpunkte ausgeglichen wird.

Auf den Elastiflex Sattelbaum gewährt der Hersteller Wintec auch bei diesem Modell eine Garantie von 10 Jahren bei normaler Nutzung.

Pferd in freier Natur

Ein guter Stocksattel kann das Reiterlebnis für Reiter und Pferd angenehmer machen.

Kaufratgeber für einen Stocksattel

Auf der Suche nach einem neuen Sattel werden Dir zunächst viele verschiedene Hersteller, Arten und Modelle begegnen.

Die wichtigsten Informationen bezüglich des australischen Stocksattels, sowie einige verschiedene Hersteller werden wir in diesem Kaufratgeber näher betrachten, um Dir die Kaufentscheidung zu erleichtern.

Was sind Vor- und Nachteile eines Stocksattels?

Der Stocksattel gehört zu den sogenannten Trachtensatteln. Diese Varianten sind auf längeren Ausritten nicht nur für den Reiter wesentlich bequemer, sondern auch für das Pferd sehr angenehm zu tragen.

In der folgenden Tabelle haben wir Dir die Vor- und Nachteile des Stocksattels auf einen Blick zusammengefasst:

Vorteile eines StocksattelsNachteile eines Stocksattels
  • wesentlich leichter als ein amerikanischer Westernsattel
  • sehr üppige Polsterung (Serge), welche sich dem Rücken des Pferdes anpasst
  • breite Auflagefläche verteilt das Gewicht des Reiters gleichmäßig
  • Kniepads („Poleys“) gewährleisten eines sicheren Halt im Sattel
  • erhöhter Hinterzwiesel zwingt den Reiter in eine aufrechte Sitzposition
  • erhöhte Stabilität des Sattels auf dem Rücken des Pferdes durch einen Übergurt
  • durch verlängerte Trachten auch für „rundere“ Pferde geeignet
  • im Verhältnis zu einem gewöhnlichen Sattel (z.B. Dressursattel) recht schwer
  • verhältnismäßig langes Sattelblatt (für Pferde mit kurzem Rücken eher ungeeignet!)
  • Kniepads („Poleys“) können die Bewegungsfreiheit des Reiters einschränken
  • Übergurt könnte eventuell als störend und scheuernd empfunden werden

Die wichtigsten Kaufkriterien für Stocksättel

Vor dem Kauf eines Sattels sollte sich genauestens über die verschiedenen Varianten informiert werden, um herauszufinden, welcher Sattel am besten zu den jeweiligen Bedürfnissen passt:

Gurtung

Der Sattelgurt und die Gurtstrippen sind für den festen Sitz auf dem Pferderücken verantwortlich. Die Gurtung besteht aus einem Übergurt, welcher über den Sattel verläuft und einer im Sattel vernähten Gurtstrippe. Diese ist je nach Sattelgurtlänge entweder in kurz oder lang erhältlich.

Der Sattelgurt sollte weder zu lang, noch zu kurz sein. Ein zu langer Sattelgurt würde Dich beim Reiten einschränken, während ein zu kurzer Gurt zu Scheuerstellen am Ellenbogen des Pferdes führen könnte.

Da sich der Brustkorb des Pferdes bei Bewegung ausdehnt, sollte man hier besonders darauf achten, dass der Sattelgurt angenehm zu tragen ist und den Druck möglichst gleichmäßig verteilt.

Auch der Gummizug sollte nicht zu weich sein, da dieser ansonsten schnell ausleiert. Dies führt zu engerem Angurten des Sattels, damit dieser dennoch fest aufliegt und kann in der Folge die Atmung des Pferdes einschränken.

Pferdegröße

Bei der Suche nach einem perfekt sitzenden Sattel ist auch die Größe des Pferdes wichtig. Hier sollte beachtet werden, dass die tragenden Teile des Sattels nur auf der Brustwirbelsäule des Pferdes aufliegen sollten und nicht auf der Lendenwirbelsäule, da hier ansonsten unter anderem starke Verspannungen drohen.

Das Sattelblatt eines Stocksattels ist, wie für einen Trachtensattel üblich, verhältnismäßig lang. Sollte das Pferd über einen kürzeren Rücken verfügen, sollte man hier eher nach einer anderen Variante umsehen.

Kammerbreite

Die Kammerbreite ist eine der wichtigsten Kriterien, die es beim Kauf zu beachten gibt. Sie bestimmt, wie breit der Sattel sein muss, damit dieser zwar stabil anliegt, aber dem Widerrist dennoch genug Platz lässt. Wie weit die Kammer sein muss, ist abhängig von den Schulterblättern des Pferdes.

Wichtig: Da der Sattel nur auf der Brustwirbelsäule aufliegen darf, muss die Kammer so weit sein, dass sich das Schulterblatt beim Gehen unter die Kammer schieben kann.
Bei einer zu kleinen Kammer würde das empfindliche Schulterblatt bei jedem Schritt an den Sattel stoßen, was zu Veränderungen am Knorpel führen kann. Ist die Kammer zu weit, hat der Sattel keinen Halt. Dies bedeutet, dass er beim Reiten nach vorne rutscht und gegen Hals und Widerrist stößt.

Es gibt mehrere Varianten. um die benötigte Kammerweite vor dem Kauf selbst herauszufinden. Einerseits gibt es im Handel Schablonen aus Kunststoff oder Pappe, die das Herausfinden der Maße sehr erleichtern. Andererseits ist es auch möglich, sich eine solche Schablone selbst herzustellen:

  1. Dafür brauchst Du lediglich etwa 40 bis 50 Zentimeter formbaren Draht, welches etwa zwei Finger breit hinter der Schulterblattspitze, auf den Widerrist aufgelegt wird.
  2. Dann sollte der Draht an die Form des Rumpfes angelegt werden.
  3. Die Schablone lässt sich dann ganz einfach auf ein Blatt Papier übernehmen und kann beim Kauf an den Sattel angehalten werden.

Gewicht

Das Gewicht eines Stocksattels variiert je nach Modell und Hersteller zwischen 8 bis 10,5 Kilogramm. Im Gegensatz zu anderen Sattelarten ist dies verhältnismäßig schwer, jedoch wiegt der Stocksattel in der Regel trotzdem weniger als der verwandte Westernsattel.

Ob man sich für einen Stocksattel oder doch lieber für ein anderes, leichteres Modell entscheiden sollte, hängt einerseits vom Gewicht des Pferdes und dem Gesamtgewicht aus Sattel, Gepäck und Reiter ab.

Folgt man einer altbewährten Faustregel, so darf das Pferd maximal 15 Prozent seines eigenen Körpergewichts tragen. Ab einer Belastung von 20 Prozent des eigenen Körpergewichts kommt es bereits zu bemerkbaren Veränderungen der Muskulatur. Allerdings ist dies nur eine Faustregel und von Rasse zu Rasse unterschiedlich.

Genauere Informationen, wie viel Gesamtgewicht die Rasse Deines Pferdes maximal tragen darf, bietet hierbei der sogenannte Röhrbeinbelastungsindex. Je höher der Wert, desto belastbarer ist das Pferd. Wer seinem Pferd ein langes und gesundes Leben bescheren möchte, sollte dies also auf jeden Fall beim Kauf des Sattels mit in Betracht ziehen.

Material

Während die Oberfläche des klassischen Stocksattels aus Leder besteht, gibt es heutzutage auch Hersteller, die auf dieses natürliche Material verzichten und stattdessen lieber eine synthetische Basis verwenden.

Dies hat den Vorteil, dass sie sehr leicht zu pflegen ist und bei allen Wetterbedingungen eine bessere Haftung bietet. Muss der Sattel gereinigt werden, reicht hier das Abspritzen mit Wasser vollkommen aus.

Die Unterseite des Stocksattels besteht in der Regel aus einem woll-ähnlichen Material, auch Serge genannt. Sie ist mit einer Dicke von bis zu 3,8 Zentimetern besonders stark gepolstert. Die Fasern sind hohl, wodurch eine gute Luftzirkulation geboten wird. Ein 5 Zentimeter hoher Luftkanal, welcher sich über die ganze Länge des Sattels zieht, dient ebenfalls der Kühlung.

Einige Hersteller sind mittlerweile von den traditionellen Materialien der Stocksättel abgewichen und versuchen ihre Produkte ständig durch neueste Technologie zu verbessern. Eine dieser innovativen Marken ist zum Beispiel der Hersteller Wintec mit seiner HART Technologie.

Ein Viehtreiber auf dem Pferd

Wichtiges Zubehör für Stocksattel

Passend zum erworbenen Sattel findet sich in jedem Reitsportgeschäft auch das passende Zubehör. Worauf hierbei zu achten ist und was Du für die Nutzung des Stocksattels wirklich benötigst, werden wir im Folgenden näher erläutern:

Satteldecke

Die herrschende Meinung besagt, dass ein Stocksattel ohne Satteldecke geritten werden sollte. Der Sattel sollte sich innerhalb der ersten zwei Wochen optimal an den Rücken des Pferdes anpassen. Zudem sind diese Modelle so gebaut, dass die Luft unterhalb des Sattels wunderbar zirkulieren kann und es somit kaum zu einer Schweißproduktion kommt.

Allerdings hat eine Decke auch Vorteile. Zunächst einmal dient sie als weitere Polsterung. Es ist möglich, durch eine Satteldecke einen zu großen, engen oder zu weit an der Schulter absinkenden Sattel auszugleichen, da dies dem Pferd auf Dauer unangenehme Schmerzen zufügen kann.

Einige Satteldecken besitzen auch zusätzliche Pads, welche einfach auf die betroffenen Stellen angebracht werden können und somit die Passform des Sattels optimieren. Zudem gewährleisten einige Decken eine optimale Luftzirkulation zwischen Pferd und Sattel.

Die perfekte Größe einer Satteldecke lässt sich ermitteln, indem man die Maße des Sattels auf der Unterseite misst. Ob Du hierbei lieber auf die klassische Art, ohne Satteldecke, oder mit reiten möchtest, ist ganz Deinen Vorlieben überlassen.

Wichtig: Beim Aufsatteln bitte unbedingt darauf achten, dass die Satteldecke keine Falten schlägt, weil es sonst zu schmerzhaften Druckstellen kommen könnte.

Übergurt

Anders als bei den meisten Sattel-Varianten besitzt der Stocksattel einen sogenannten Übergurt, auch Surcingle genannt, welcher vom Sattelgurt über den Stocksattel führt. Dieser garantiert einen festen Sitz auf dem Rücken des Pferdes, denn er wird an zwei verschiedenen Punkten gesichert. Dies ist besonders bei Ritten im Gelände von Vorteil.

Auch wenn der Übergurt theoretisch so gelegen ist, dass er den Reiter nicht stören sollte, empfinden ihn einige Reiter dennoch als unangenehm. Der Gurt ist meist schon am Sattel befestigt, allerdings gibt es auch diesen im Handel in verschiedenen Ausführungen und Längen, damit für jedes Pferd der Passende erhältlich ist.

Schweifriemen

Hierbei handelt es sich um einen Ledergurt, der am oberen Sattelende befestigt wird. Er wird einmal um den Schweif des Pferdes herumgeführt und soll den Sattel neben der normalen Gurtung noch zusätzlich halten.

Diese Art der zusätzlichen Befestigung wird jedoch meist nur von Besitzern von Ponys verwendet, da diese kleiner, tonniger und aus diesem Grund meist eine nicht ideale Sattelhaltung haben. Bei einer größeren Pferderasse werden diese sogenannten Schweifriemen meist nicht verwendet, da sie die Bewegung des Pferdes einschränken würden.

Steigbügelriemen

Die Steigbügelaufhängung ist bei einem Stocksattel etwas weiter vorn angebracht, sodass die Bügelriemen über dem Sattelblatt liegen. Die Löcher für Steigbügel werden vom Übergurt an Ort und Stelle gehalten.

Sie lassen sich in englische und Western-Steigbügel aufteilen. Während die englische Art aus einer Art Metall mit Gummieinlage besteht, handelt es sich bei Steigbügeln der western Art um komplett mit Leder überzogene Variationen. Zudem sind die Steigbügelriemen der western Art etwas breiter geschnitten und verlaufen nach oben etwas schmaler.

Für ein besonders authentisches Reiterlebnis besitzen einige Modelle sogenannte Fenders. Übersetzt bedeutet dies etwa Kotflügel oder Schutzblech. Dies sind besonders breite Steigbügelriemen, welche, anders als die eines normalen Sattels, frei schwingend sind. Somit ist dem Reiter zusätzliche Bewegungsfreiheit geboten und das Reiterlebnis wird noch intensiver.

Sattelbezug

Ein Sattelbezug ist zwar kein essenzielles Zubehör, allerdings gibt es einige Vorteile, die für einen solchen Bezug sprechen.

Gerade auf längeren Ausritten ist es wesentlich bequemer, auf einem Lammfell zu sitzen. Zudem ist es im Winter um einiges angenehmer, als direkt auf dem kalten Leder oder synthetischem Material zu sitzen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Oberfläche des Sattels geschont wird und nicht, etwa durch Reibung, abgenutzt wird.

Ob man sich einen Sattelbezug zum Sattel kaufen möchte oder nicht, ist ganz den Vorlieben des Reiters überlassen. Einige schwören auf die Bequemlichkeit, während andere Reiter dies eher hinderlich finden, da die Nähe zum Pferd, welche den Stocksattel besonders ausmacht, durch einen dicken Lammfellbezug etwas verloren geht.

Gesatteltes Pferd mit Stocksattel

Wo kann man einen Stocksattel kaufen?

Ein vernünftiger Sattel sollte unbedingt in einem Reitsportgeschäft oder bei einem Fachmann gekauft werden. Nur dort hast Du die Möglichkeit, richtig beraten zu werden, denn ein Sattel der nicht richtig passt kann zu großen gesundheitlichen Schäden für das Pferd führen.

Standardsattel aus dem Reitsportgeschäft:

In einem Reitsportgeschäft lässt sich aus einer Vielzahl an verschiedenen Modellen und Varianten unterscheiden, jedoch sollte man die benötigten Maße vor dem Kauf einmal selbst ausmessen.

Hierzu reicht ein einfaches Maßband aus. Natürlich ersetzt das Ausmessen nicht das Auflegen auf den Pferderücken, allerdings lässt sich die Auswahl hierdurch schon stark eingrenzen.

Besonders wichtig sind hierbei die Höhe und Breite des Widerrist, um die Größe der Sattelkammer zu ermitteln, sowie die Breite der Wirbelsäule und die Länge der Brustwirbelsäule, um zu erfahren, wie lang das Sattelblatt höchstens sein darf.

Kleinere Mängel können nach dem Kauf von einem Sattler an das jeweilige Pferd angepasst werden.

Maßanfertigung:

Eine Maßanfertigung durch einen Fachmann ist das Non plus ultra an Qualität. Hier wird besonders auf die individuellen Wünsche des Reiters und die Bedürfnisse des Pferdes eingegangen.

Natürlich ist dieser Sattel wesentlich teurer als ein Standardsattel aus dem Sportgeschäft, dennoch wird hier gewährleistet, dass der Sattel wirklich passt und beim Pferd kein langfristiger Schaden entsteht.

Es sollte beachtet werden, dass der Pferderücken sich in den ersten Jahren noch entwickelt, sodass der Sattel öfter ausgetauscht werden muss. Aus diesem Grund sollte es gut überlegt sein, ob sich die Anschaffung eines individuell angefertigten Sattels bei jungen Pferden lohnt. Bei ausgewachsenen Pferden, ist eine Maßanfertigung durchaus eine Überlegung wert.

Wie viel kosten Stocksattel?

Je nach Hersteller und Modellen variieren die Preise für Stocksättel. Jedoch solltest Du Dir immer im Klaren sein, dass ein gut passender Sattel eine langfristige Investition für Dich und Dein Pferd bedeutet. Hier lohnt es sich also in einen qualitativ hochwertigen Sattel zu investieren, der Deinem Pferd das Tragen möglichst angenehm gestaltet.

Ein guter Stocksattel befindet sich preislich im hohen dreistelligen beziehungsweise eher im vierstelligen Bereich. Je nach Hersteller kann sich ein Stocksattel auch schnell im mittleren bis hohen vierstelligen Bereich befinden.

Alles in allem musst Du als Käufer selbst entscheiden, wie viel Du bereit bist auszugeben und welche Anforderungen Du an diesen Sattel stellst. Bedenke jedoch, dass ein gut sitzender Sattel eines der wichtigsten Kriterien für eine enge und langfristige Verbindung zu Deinem Pferd darstellt.

Welche Marken stellen qualitative Stocksattel her?

Weltweit gibt es viele Hersteller, welche sich auf die Produktion von Sätteln spezialisiert haben. Allerdings produzieren nicht alle Händler die etwas unbekannteren Stocksättel. Welche Hersteller qualitative Stocksättel im Sortiment haben und was diese Marken auszeichnen, werden wir im Folgenden kurz beleuchten:

Wintec

Die Sättel von Wintec gelten als die beliebtesten synthetischen Sättel weltweit. Dies liegt unter anderem an ihrer revolutionären „Horse and Rider Technologie“. Diese garantiert einen höheren Komfort für Pferd und Reiter, während das Reiterlebnis durch einen direkteren Kontakt zum Pferd verbessert wird.

Durch das Easy-Change System wird es auch einem Laien ermöglicht, individuelle und umkehrbare Anpassungen and die jeweiligen Bedürfnisse vorzunehmen.

Campale

Verschiedene Sättel für ein kleineres Budget bieten die Sättel der Marke Campale. Ihre Produkte sind jedoch nur online erhältlich und somit nicht anzuprobieren. Hinzu kommen also womöglich noch zusätzlich die Kosten eines Sattlers, welcher den Sattel an Dein Pferd anpassen muss.

Bates

Der australische Sattelhersteller Bates Saddles richtet sich seit 1934 danach, die Funktionalität und den Komfort ihrer Sattel in den Vordergrund zu stellen. Durch das Easy-Change Riser und Fit Solutions System ist es sogar einem Laien möglich, die Sättel individuell anzupassen.

Die Marke wirbt, in enger Zusammenarbeit mit Top-Reitern aller Disziplinen, ihre Sättel bestmöglich an die sich ändernden Bedürfnisse von Pferd und Reiter anzupassen. Hierbei werden sie von erfahrenen Physikern, Tierärzten und Sattler unterstützt.

Loesdau

Das 1966 in Deutschland gegründete Familienunternehmen Loesdau gehört durch seinen internationalen Versand und den 15 Filialen zu den führenden Händlern für Pferdesport Ausrüstung. Neben dem Verkauf renommierter Reitsportmarken besitzt das Unternehmen eine eigene Sattlerei.

Aufgrund der eigenen Passion zum Reitsport ist die Qualität ihrer hauseigenen Marke den Gründern besonders wichtig. Sie besitzen eigene Testzentren, in denen die Produkte ständig geprüft und verbessert werden.

Da es sich um eine deutsche Marke mit aktuellem Sitz in Österreich handelt, ist eine direkte Beratung vor Ort möglich. Zudem bieten sie den Service sogenannter Sattelmobile im Umkreis ihrer Reitsporthäuser an. Für ein individuelles Aussehen des Sattels bietet das Unternehmen einen Bestickungsservice an.

Syd Hill & Sons/ Brumby

Das aus Brisbane stammende Familienunternehmen Syd Hill & Sons ist zur Zeit Marktführer unter Stocksätteln. 1982 erlangten sie internationale Bekanntheit, nachdem sie Sättel für den Film „Der Mann von Snowy River“ produzierten. Viele berühmte Persönlichkeiten schwören bis heute auf die Sättel dieser Marke.

Brumby

Der Schweizer Hersteller Brumby hat sich seit 1995 auf den Verkauf von Stocksätteln spezialisiert. Ihre Sättel werden von der Sattlerei Syd Hill & Sons produziert. Bei ihnen steht das Pferd im Vordergrund und eine genaue Beratung ist ihnen sehr wichtig. Bei diesem Hersteller wird man sowohl traditionelle Stocksättel, als auch überarbeite Designs finden.

Sommer

Einen individuell angefertigten Sattel aus Meisterhand findet man seit 50 Jahren bei der Sattlerei Sommer. Ihr Qualitätsversprechen lautet: echte Handarbeit – Made in Germany! Einige der von Sommer ausgebildeten Sattler beendeten ihre Ausbildung mit Auszeichnung.

Mit Innovationen, wie den Thermo-Sitz oder den La Vita Sattelbaum machte sich das Unternehmen weltweit einen Namen. Zudem spricht ein hohes Maß an Individualität für die Sattlerei, denn da es sich um handgefertigte Produkte handelt, kann der Kunde seinen Sattel frei zusammenstellen.

Stocksattel Test-Übersicht: Welche Stocksattel sind die Besten?

Viele Verbrauchermagazine prüfen regelmäßig unterschiedliche Produkte in Hinsicht auf Qualität und Werbeversprechen. Mit den daraus entstehenden Ergebnissen können potentielle Kunden sehen, welche Waren gut sind und welche Modelle eher umgangen werden sollten.

In der folgenden Tabelle haben wir Dir die Testergebnisse der renommiertesten Magazine zusammengetragen:

TestmagazinStocksattel – Test vorhanden?Veröffentlichungs-JahrKostenloser ZugangMehr erfahren
Stiftung WarentestKein Test vorhanden
Öko TestKein Test vorhanden
Konsument.atKein Test vorhanden
Ktipp.chKein Test vorhanden

Leider hat noch keine der von uns ausgewählten Testmagazine Untersuchungen in Bezug auf den Stocksattel vorgenommen. Sollte sich dies in Zukunft ändern, werden wir Dir diesen Beitrag selbstverständlich aktualisieren.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Stocksattel

Im Folgenden werden wir Dir die wichtigsten und meist gestellten Fragen zum Thema Stocksattel näher erläutern:

Wie sattel ich einen Stocksattel richtig?

Folgend findest Du eine kurze Beschreibung zum richtigen Satteln mit einem Stocksattel:

  1. Zunächst wird damit begonnen, sowohl den Sattel, als auch den Pferderücken von Schmutz zu befreien, da dieser später scheuern könnte.
  2. Dann wird bei Bedarf die Satteldecke oder das Pad aufgelegt. Der Stocksattel kann jedoch auch ohne solch Zubehör genutzt werden.
  3. Zunächst solltest Du sicherstellen, dass sowohl Steigbügel, als auch die Gurtung fest über dem Sattel liegen, damit beim Auflegen nichts unter den Sattel rutscht. Dies könnte Dein Pferd erschrecken oder verletzen.
  4. Nun sollte der Sattel vorsichtig auf den Rücken des Pferdes gelegt werden. Zunächst solltest Du den Sattel weiter vorne auflegen und ihn dann vorsichtig bis zur tiefsten Stelle des Rückens schieben. Die Vorderseiten der Pauschen sollten nun mindestens zwei Finger breit Platz zum Schulterblatt haben.
  5. Die Gurtung des Sattels sollte etwa eine Handbreit hinter dem Vorderbein angelegt werden. Dies garantiert, dass er beim Reiten nicht scheuert. Achte unbedingt darauf, dass Du den Gurt anfangs nicht zu fest ziehst, da sich der Bauch des Pferdes anfangs noch etwas aufbläht. Zwischen Gurtstrippe und Tier sollten stets noch zwei Finger passen.
  6. Nach etwa zehn Minuten kann der Gurt dann etwas fester angezogen werden.
Anders als ein klassischer, englischer Sattel besitzt der Stocksattel nur eine normale am Sattel befestigte Gurtstrippe. Die zweite Gurtstrippe ersetzt hierbei der Übergurt, welcher über dem Sattel verläuft. Dies gewährleistet einen optimalen Halt durch die Sicherung an zwei verschiedenen Punkten.

Wie muss ich einen australischen Stocksattel anpassen?

Da der australische Stocksattel eine üppige Polsterung hat, sollte sich dieser in den ersten zwei Wochen durch die Körperwärme des Tieres und dessen Schweißproduktion selbst an den Rücken des Pferdes anpassen.

Dennoch solltest Du den Sitz des Sattels unbedingt durch einen Profi begutachten lassen und, wenn nötig, bei einem Sattler anpassen lassen. Dieser kann den Sattel optimal an den Rücken Deines Pferdes anpassen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Satteldecke mit ausgleichenden Pads zu verwenden. Da der Stocksattel aber ursprünglich ohne Decke geritten wurde und dieser durch die verwendeten Materialien sowie den besonderen Aufbau perfekt an diese Art des Reitens angepasst wurde, solltest Du Dich lieber von einem Spezialisten beraten lassen.

Bei einigen Variationen des Stocksattels sind die Kniepads separat erhältlich und somit individuell austauschbar. So ist eine optimale Lage der Beine des Reiters gewährleistet.

Lieber einen Western- oder einen Stocksattel?

Ob man sich lieber für einen klassischen Westernsattel oder für den australischen Stocksattel entscheidet, hängt von der persönlichen Präferenz des Reiters ab.

Beide Varianten eignen sich besonders für lange Ausritte und gewährleisten sowohl besonderen Komfort, als auch Sicherheit für Pferd und Reiter. Aufgrund der sogenannten „Knee Pads“, auch „Poleys“ genannt, und dem tiefen Sitz im Sattel, bietet der Stocksattel besonders in bergigen Gegenden optimale Sicherheit.

Der Westernsattel hingegen besitzt diese Kniepolster nicht und bietet dem Reiter hierdurch etwas mehr Freiraum. Im Gegensatz zum western Stil zeichnet sich der Stocksattel durch seine kürzere Form und schmalere Taillierung aus.

Das einen klassischen Westernsattel auszeichnende Horn, besitzt der Stocksattel nicht zwingend. Zwar sind mittlerweile viele Stocksattel mit Horn auf dem Markt zu finden, allerdings weist die ursprüngliche Variante dies nicht auf.

Der Stocksattel ist optisch eine Mischung aus einem englischen Dressur- und dem Westernsattel. Da die australischen Viehtreiber allerdings, anders als die amerikanischen „Cowboys“, keine Lassos für ihre Arbeit verwendeten, verzichteten sie auf dieses Horn.

Wie finde ich die richtige Passform für mich und mein Pferd?

Welche Passform die optimale Passform für Dein Pferd ist, solltest Du am besten von einem Spezialisten begutachten lassen, denn sie ist von Pferd zu Pferd verschieden.

Hierbei spielt sowohl die Größe des Pferdes, die Länge, Biegung und Muskulatur des Rückens sowie die Ausprägung des Widerrists eine entscheidende Rolle. Wie bereits genannt, dürfen die tragenden Teile des Sattels lediglich auf der Brustwirbelsäule aufliegen, da dieser Teil der Wirbelsäule durch den Rippenkasten unterstützt wird.

Tipp: Der Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule lässt sich ganz einfach lokalisieren, indem Du mit Deiner Hand der letzten Rippe des Rippenkastens nach oben folgst.

Zudem solltest Du darauf achten, dass beim Kauf mindestens drei Finger breit Platz über dem Widerrist ist. Außerdem sollte der Sattel an verschiedenen Punkten richtig aufliegen, ohne dabei zu eng oder zu weit anzuliegen.

Eine kleine Einführung in die Sattelkunde bietet hierbei die Pferdespezialistin Sandra Schneider in folgendem Video:

Weiterführende Quellen

Tipps und Tricks, wie Du Deinen Sattel am besten pflegst

Wie sattel ich mein Pferd richtig?

Wie viel Gewicht darf Dein Pferd maximal tragen?

Worauf ist beim Kauf eines gebrachten Sattel zu achten?

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